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2. Die Geschichte von
König Schahriyar und der schönen Scheherasad |
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der
Alte Mann |
Man sagt, dass vor
langer Zeit in der persischen Stadt Samarkand ein
mächtiger König herrschte. Sein Name war Schahriyar.
Er war der
glücklichste Mensch auf
Erden bis er eines Tages bemerkte, dass er
von seiner Frau, die er
über alles liebte, betrogen wurde. Da packte
ihn eine Wut so
furchtbar, wie man noch nie auf der Welt eine Wut
gesehen hatte. Er
ließ seine Frau töten und gab seinem Großwesir
einen schrecklichen Befehl:
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der Kaufmann
(verwandelt sich in) König Schahriyar |
(zum alten Mann, der
sich in den Wesir verwandelt hat)
Von nun an
sollst du mir jeden Tag
eine junge Frau bringen, die ich heiraten werde.
Am nächsten Morgen aber sollst du sie töten.
Niemals mehr wird mich
eine Frau betrügen
können!
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der
Wesir |
Herrscher
der Gläubigen, das wird... |
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König Schahriyar |
Tu wie ich dir befehle! |
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der
alte Mann
(der
sich wieder zurückverwandelt hat) |
Da wagte der Wesir
nicht mehr zu widersprechen und tat, wie ihm befohlen.
Drei Jahre verstrichen.
Es gab fast keine Mädchen mehr, die der König
noch heiraten konnte,
und im ganzen Land
herrschten Angst und Schrecken.
Nun hatte dieser Wesir
selbst eine wunderschöne und kluge Tochter.
Ihr Name war Scheherasad. Eines
Abends... |
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die Tochter
(nimmt
ihren Schleier ab und verwandelt
sich in)
Scheherasad |
Lieber Vater, dieser
Schrecken muss ein Ende haben. Ich möchte, dass du
mich mit dem König Schahriyar verheiratest.
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der
Wesir |
Was? Weißt du, was du
da sagst? Kennst du nicht den schrecklichen Befehl?
Ich werde dich, meine eigene
Tochter, töten müssen!
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Scheherasad |
Nein Vater, das wirst du nicht. Ich habe einen geheimen Plan.
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der
Wesir |
Und wenn
er misslingt? |
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Scheherasad |
Er
wird eben nicht misslingen. |
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der
Wesir |
Und wenn
er eben doch misslingt. |
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Scheherasad |
Dann werde ich eben sterben müssen. |
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der
Wesir |
Nein! Ich
verbiete es dir! |
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Scheherasad |
Dann werde ich dem König Schahriyar erzählen, dass ich ihn nicht heiraten
darf,
und dann
wird er dich töten lassen.
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der
Wesir |
In Gottes
Namen. |
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(Er
verwandelt sich wieder.)der
alte Mann |
Er sah, dass er sie
nicht von ihrem Plan abbringen konnte, und so ging er zu
seinem König. |
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(Er
verwandelt sich wieder.)der
Wesir |
Herrscher der
Gläubigen, heute will ich Euch meine Tochter Scheherasad zur
Frau geben. |
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König Schahriyar |
Mein lieber guter
Wesir, weißt du, was du da tust? Morgen wird sie sterben
müssen. |
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der
Wesir |
Ach mein König, das
habe ich ihr auch erzählt, doch sie ist ein sturer Esel.
Sie will und soll Euch
heiraten. Ich konnte sie nicht davon abbringen. Ob ein
solch stures Weib Euch wirklich Freude
macht...
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König Schahriyar |
Ob..? Doch... doch!
Lasst alles zur Hochzeit bereit machen! |
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der
Wesir |
In Gottes
Namen. |
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(Er
verwandelt sich wieder.)
der alte Mann |
König Schahriyar war
sehr neugierig auf diese Frau, die ihn unbedingt heiraten
wollte und es
wurde eine prachtvolle Hochzeit gefeiert. Nach dem Fest zog der
König sich mit seiner neuen Frau in seine
Schlafgemächer zurück.
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(Der Kaufmann richtet
mit Kissen und Teppichen ein Nachtlager ein, verwandelt sich wieder in König
Schahriyar und führt Scheherasad herein ins Schlafgemach. Sie lassen sich
nieder.)
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Scheherasad |
König der Zeit, erlaube mir, dir eine Geschichte zu erzählen. |
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König Schahriyar |
Es ist schon spät.
Morgen. |
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Scheherasad |
Morgen werde ich sterben müssen. |
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König Schahriyar |
So habe ich es
befohlen. |
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Scheherasad |
Dann wird niemand mehr da sein, um die Geschichte zu erzählen. |
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König Schahriyar |
Nein. Was ist das für
eine Geschichte, die du mir erzählen willst? |
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Scheherasad |
Mein Gemahl und König, es ist eine Geschichte, so spannend und aufregend wie
sie noch
kein Mensch auf Erden je gehört hat.
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König Schahriyar |
Gut, wenn sie wirklich
so spannend und aufregend ist, dann sollst du sie erzählen.
Ist sie aber langweilig und
einschläfernd, dann werde ich dich morgen...
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Scheherasad |
Ja? |
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König Schahriyar |
Nun fang schon an. Wie
heißt deine Geschichte? |
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Scheherasad |
Die
Geschichte vom armen Fischer Ali und dem Dschinni. |
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